Afghanic e.V.

Badshah Khan

  "Badshah Khan und Mahatma Ghandhi waren Allierte in einer Revolution des menschlichen Geistes, Pioniere einer Kultur des Friedens." (Eknath Easwaran) 

Zitate von und über Badschah Khan:

 

"Es ist meine tiefste Überzeugung, dass Islam 'amal, yakeen, muhabat' - selbstlose Handlung - Glaube und Liebe ist." (Badshah Khan)

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 "I have one great desire.
I want to rescue these gentle, brave, patriotic people from the tyranny of the foreigners who have disgraced and dishonored them.
I want to create for them a world of freedom, where they can live in peace, where they can laugh and be happy.
I want to kiss the ground where their ruined homes once stood, before they were destroyed by savage strangers.
I want to take a broom and sweep the alleys and the lanes, and I want to clean their houses with my own hands.
I want to wash away the stains of blood from their garments.
I want to show the world how beautiful they are, these people from the hills, and then I want to proclaim: 'Show me, if you can, any gentler, more courteous, more cultured people than these.'"
Source:
Nonviolent Soldier of Islam. Badshah Khan, A Man to Match His Mountains.
Badshah Khan & Mahatma Ghandhi Allies in Revolution of Human Spirit Pioneers in a Culture of Peace
By Eknath Easwaran. Nilgiri Press  California, USA 1999
 


 Badshah Khan - Gewaltlosigkeit im Kampf für Frieden und Freiheit

ein kleines Porträt von Walid Alekozei

Badschah Khan gründete eine Bewegung der Gewaltlosigkeit, die Khudayi Khidmatgaran (Gottesdiener), einmalig in der Geschichte des Islam. Er verbrachte 39 Jahre seines Lebens für seine Überzeugung im Gefängnis.

Khan Abdul Ghaffar Kahn, auch ehrfürchtig Badshah Khan (König der Anführer) genannt, war eine beeindruckende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts. Trotz seiner großen regionalen Bedeutung und Einmaligkeit in der islamischen als auch afghanischen Geschichte, ist er in der westlichen Welt, als auch in der gesamten Islamwissenschaft nahezu unbekannt und unentdeckt geblieben.

Badshah Khan war nicht nur Weggefährte und Freund von Mahatma Ghandi, sondern auch ein Pionier der Gewaltlosigkeit in der islamischen Geschichte. Bereits als 20 Jähriger gründete er eine Schule, in der auch Mädchen unterrichtet wurden, sowie die "Anjuman e islah ul Afghana" (Reformistische Vereinigung der Afghanen), die in den 1920ern in der Gründung der "Khudai Khidmatgaran" (Gottesdiener) mündete. An die 100.000 Paschtunen folgten seinem Beispiel des gewaltlosen Protestes gegen die britische Unterdrückung. Ihrer auffälligen Kleidung wegen, wurden sie von den Briten als "Red Shirts" bezeichnet. Die rote Kleidung stand sinnbildlich für den Märtyrertod, den viele seiner Gefolgsleute erleiden mußten. 

Seinen gewaltlosen Kampf hat Badshah Khan nicht, wie viele vermuten würden, von seinem Freund und Weggefährten Ghandi und dem Ahimsa-Prinzip (Nicht-Töten, Nicht-Verletzen/ Gewaltlosigkeit) aus dem Hinduismus/Buddhismus entliehen, sondern direkt aus dem Koran und dem Wirken des Propheten Mohammads abgeleitet! 

"There is nothing suprising in a Mussalman or a pathan like me subscribing to the creed of nonviolence. It is not a new creed. It was followed 1400 years ago by the Prophet all the time. He was in Mecca and it has since been followed by all those who wanted to throw off an opressor`s yoke." (Badshah Khan in: Khan Abdul Ghaffar Khan - The Apostle of Nonviolence; Dr. N. Radhakrishnan, 1998 New Delhi))

Auf dem Höhepunkt der Proteste gegen die britische Herrschaft im Nordwesten Indiens schossen britische Truppen am 23. April 1930 auf Unbewaffnete und töteten Hunderte von friedlichen Demonstranten. Badshah Khans passiver Widerstand und sein Einsatz für die Rechte seiner unterdrückten afghanischen Mitmenschen wurde versucht mit Gewalt und Einschüchterung einzudämmen. Jedoch ohne Erfolg. Er verbrachte fast 40 Jahre in britischen, später pakistanischen Gefängnissen, da er ein entschiedener Gegner der Teilung Indiens war. Im Jahr 1962 nominierte Amnesty International Abdul Ghaffar Khan zum "Gefangenen des Jahres", und Indien verlieh ihm als ersten Nichtinder im Jahre 1987 die höchste zivile Anerkennung, den "Bharat Ratna Award". Am 20. Januar 1988 verstarb Badshah Khan als 98 Jähriger unter Hausarrest in Peshawar und wurde seinem Wunsch entsprechend in Jalalabad in Afghanistan begraben.

Wer war dieser Mann und warum sind er und seine Bewegung - trotz seiner überragenden Bedeutung - nahezu unbekannt geblieben in der Wissenschaft und in den Medien? Diese und ähnliche Fragen haben mich während meines Studiums der Asienwissenschaften an der Universität Bonn beschäftigt. Gerade in der heutigen Debatte um Islamismus oder islamischer Extremismus und einer um sich greifenden Islamophobie ist es wichtiger denn je, mehr über diesen Pionier der Gewaltlosigkeit zu erfahren.

Khan Abdul Ghaffar Khans Erbe ist lebendig und hat immer noch einen großen Einfluß in der kriegsgebeutelten Region am Hindukush. In Afghanistan und Indien vereehrt, in Pakistan verfolgt und unterdrückt und im Westen als auch in der restlichen islamischen Welt nahezu ignoriert. Es ist höchste Zeit, daß Badshah Khans herausragende Rolle in der Geschichte den Respekt, die Würdigung und Anerkennung erhält, die sie verdient.

Walid Alekozei


"The more I see him the more I love him. I know of the greatness of Abdul Ghaffar Khan"
(Mohandas Gandhi) 

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