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Deutsche Ärzte können das Projekt weiterhin unterstützen. Quelle: Der Hausarzt   Dr. Juergen Kanne

 Nach jahrelangem Krieg in Afghanistan leidet die Bevölkerung auch unter der desolaten medizinischen Versorgung. Ein afghanischer Arzt plant nun mit deutscher Unterstützung vor Ort zu helfen und einen „Medical Aid Point“ (MAP) aufzubauen (wir berichteten in Heft 10/2011). Wir haben noch einmal bei Dipl.-Volkswirt Dr. Jürgen Kanne, Vorstandsmitglied von Afghanic, nachgefragt, wie Hilfe aus Deutschland konkret aussehen kann.

Der Hausarzt: Mit welchem finanziellen Aufwand wird für die Errichtung des medizinischen Stützpunktes („Medical Aid Point“) gerechnet?

http://images.springermedizin.de/servlet/contentblob/861236/articleImg/495106.jpg

Dr. Jürgen Kanne: Die Projektkosten für Bau und Einrichtung des Gebäudes kalkulieren wir mit 150 000 Euro. Davon entfallen 50 000 auf den Kauf des 300 Quadratmeter großen Grundstücks, das uns von einer ansässigen Familie zu Sonderkonditionen zur Verfügung gestellt wird. Die Immobilienpreise sind ansonsten weitaus höher, eine Folge der rasanten Nachfrage, auch durch Bodenspekulanten.

Für das zweieinhalbstöckige Gebäude haben wir nur 70 000 Euro einkalkuliert, da uns die Bewohner des Stadtteils Dewanbegi ihre Hilfe zugesichert haben. Diskutiert wird derzeit noch, ob der Bau unterkellert werden sollte, was sicherlich sinnvoll wäre, zum Beispiel für Sicherheitsraum und Lager wichtiger Patientenunterlagen, aber die Baukosten um etwa 15 000 Euro erhöhen würde.

Weitere 20 000 Euro werden für die Anschaffung — auch gebrauchter — medizinischer Geräte und Apparate benötigt, die restlichen 10 000 für Einrichtung: Klinikbetten, Untersuchungsliegen, Tische und Stühle, Teeküche und so weiter.

Ist die Finanzierung des Projektes denn bereits gesichert?

 

Leider noch nicht. Zunächst sind wir auf projektgebundene Spenden angewiesen, um den erforderlichen Mindestanteil an Eigenkapital nachweisen zu können, bevor wir mit öffentlichen Zuschüssen rechnen können.

Wer finanziert den künftigen Betrieb des MAP wer bezahlt die Ärzte?

 

Die Gesundheitsstation wird sich selbst finanzieren können. Unsere Berechnungen haben ergeben, dass sich die Kosten für vier afghanische Ärztinnen und Ärzte, zwei Krankenschwestern, zwei Pfleger, einen Laboranten, einen Administrator, eine Putzhilfe, eine Köchin und zwei Sicherheitskräfte monatlich auf 6 000 US-Dollar belaufen werden zuzüglich 750 Dollar für Strom, Wasser, Material, Instandhaltung und Rücklagen. Erwartet werden pro Tag 135 Patienten, die in der Lage sind, pro Konsultation 2 Dollar zu zahlen.

Welche Fachrichtungen sind bei den Ärzten vorgesehen und was werden sie verdienen können?

 

Vorgesehen sind als afghanische Ortskräfte ein Allgemeinmediziner, ein Kinderarzt, eine Frauenärztin und ein Zahnarzt. Ihre Gehälter werden zwischen 700 und 1 000 Dollar liegen.

Wie können deutsche Haus- und Fachärzte dem Projekt helfen?

 

Gesucht werden nach Eröffnung des MAP deutsche und deutsch-afghanische Ärzte, die ihre afghanischen Kollegen ausbilden und dafür jeweils drei bis vier Wochen ihres Urlaubs bei freier Unterkunft und Verpflegung in Kabul verbringen. Afghanic wird sich bemühen, die Reisekosten ganz oder teilweise zu finanzieren. Auch Spenden sind natürlich willkommen; sie sind steuerlich absetzbar. Oder man wird „MAP-Pate“ und überweist per Dauerauftrag monatlich mindestens 10 Euro. Dann erhält man quartalsweise einen „MAP-Fortschrittsbericht“.

Das Gespräch führte Siv Astrid Vogeler

 

SPENDENKONTO

Afghanic

Konto-Nr. 1902083896

Sparkasse Köln/Bonn (BLZ 37050198)

Stichwort „Dewanbegi“

Weitere Informationen über die Arbeit von Afghanic unter www.afghanic.de

Zeitschrift: Der Hausarzt 2011/15 publiziert am: 25.9.2011 15:40 Quelle: Der Hausarzt 2011; 48 (15): 24

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